Wirkung
Dreißig Euro
Eine App, die ich nach vier Tagen nie wieder gebraucht habe. Vierzig Minuten Netto-Rechenzeit, weniger als eine Stunde eigene Arbeit und rund dreißig Euro kalkulierte Tokenkosten.

Mai 2026, ein Festival in Straßburg. Die Website nur auf Französisch, das Programm unübersichtlich, 49 Auftritte auf mehreren Bühnen. Früher hätte ich mich durchgeklickt.
Diesmal habe ich getestet, ob Claude Code mir dafür eine App bauen kann.
Aus Plakat-Fotos und der ausgelesenen Website wurde eine vollständige Anwendung: alle Auftritte mit Zeiten und Bühnen, übersetzte Kurzbeschreibungen, Filter, ein persönlicher Zeitplan mit Warnung bei Überschneidungen, eine Ansicht für das, was gerade läuft. Offline nutzbar, als Web-App am Telefon.
Vierzig Minuten Netto-Rechenzeit. Rund 1,5 Millionen Token. Mein eigener Zeitaufwand: weniger als eine Stunde.
Was das kostet
Für Konzeption, Design und Programmierung der App habe ich rund 30 Euro an kalkulierten Tokenkosten angesetzt. Grundlage für die Berechnung war der Tarif eines Frontier-LLMs. Mein eigener Zeitaufwand ist darin nicht enthalten.
Wenn ein Entwickler dafür nur einen Tag brauchen würde, wären das bei einem angenommenen Stundensatz von 150 Euro bereits 1.200 Euro. Bei mir waren es rund 30 Euro kalkulierte Tokenkosten und weniger als eine Stunde eigene Arbeit.
Der Einwand, der jetzt kommt
Anderthalb Millionen Token für eine App, die ich nach vier Festivaltagen nie wieder gebraucht habe. Ist das nicht Spielerei?
Ja. Genau das ist der Punkt.
Nach vier Tagen hatte die App ihren Zweck erfüllt. Sie musste nicht jahrelang im Einsatz bleiben, damit sich der Aufwand für mich lohnte.
Bei 1.200 Euro baut man nur, was sich rechnet. Bei 30 Euro, fast alles.
Wenn sich eine kleine Anwendung mit so wenig Aufwand bauen lässt, können auch Vorhaben interessant werden, die bisher liegen geblieben sind. Ob sich das lohnt, muss man weiterhin am konkreten Nutzen messen.
Was das mit einem Festival zu tun hat und trotzdem nichts damit
Die App ist privat und von geringer Bedeutung. Die verschobene Schwelle ist es nicht.
In jedem Unternehmen, das ich kenne, gibt es Dinge, die nie umgesetzt wurden, da sich der Aufwand nicht gerechnet hätte. Die Auswertung, die einmal im Quartal jemand von Hand macht. Die Übersicht, die dreimal am Tag aus zwei Systemen zusammenkopiert wird. Das Formular, das seit Jahren als Excel herumgeht.
Bisher war der Aufwand dafür zu hoch. Wenn er deutlich sinkt, lohnt sich ein neuer Blick auf diese Vorhaben. Auch auf solche, die nur für einen Messetermin, einen Kundenworkshop oder eine Vertriebsaktion gebraucht werden.
Die Frage, die sich stellt
Was steht bei Ihnen auf dieser Liste? Nicht die großen Vorhaben, die sind ohnehin geplant. Die kleinen, bei denen jemand vor Monaten noch gesagt hätte, dass sie den Aufwand nicht wert sind.
Vielleicht ist eines davon eine ziemlich nützliche Spielerei.
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